Henning Mankell – Erfinder von Wallander
Henning Mankell ist ein schwedischer Theaterregisseur und Schriftsteller. Er wurde am 3. Februar 1948 in Stockholm geboren und wuchs in Sveg auf. Auch sein Großvater hieß Henning Mankell und war bedeutender Komponist. Als er ein Jahr alt war ließen sich seine Eltern scheiden und er lebte zusammen mit seinem Vater und seiner älteren Schwester. Seine Mutter verlor er später durch ihren Selbstmord.
Bereits in jungen Jahren verfolgte er den Traum Schriftsteller zu werden. Doch auch das Interesse im Bereich Theater verfolgte er stark. Deshalb nahm er in Skara ein Schauspielstudium auf. Dort begann er auch zu schreiben und veröffentlichte 1973 mit Bergsprängaren seinen ersten Roman. Viele seiner persönlichen Motive und Erfahrungen, auch aus der Zeit, in der er für die Kommunistenpartei arbeitetet, erschienen in seinem Kriminalroman „Der Chinese“.Bis heute verarbeitet er viele politische und gesellschaftliche Themen. Seit 1980 beteiligte er sich auch am Aufbau eines Theaters in Mosambik.
In seinem Roman „Mörder ohne Gesicht“ schuf er die Figur Kurt Wallander. Seit dem konnte er weitere erfolgreiche Romane mit der Figur des Kriminalkommissars veröffentlichen. Abwechselnd lebt Mankell in Schweden und in Mosambik. Als Autor verfasste er viele weiteren Bücher, die seine afrikanischen Erfahrungen wiedergaben. Doch auch als Theaterregisseur ist er tätig und hilft beim kulturellen Aufbau des Landes Mosambik.
Viele Auszeichnungen zeichnen sein Leben. 1991 bekam der den schwedischen Krimipreis. 1993 folgte der deutsche Jugendliteraturpreis. Auch der Astrid-Lindgren-Preis wurde ihm verliehen und 1998 auch der finnische Krimipreis. Die Kommisar-Wallander-Reihe wurde sehr berühmt und konnte in vielen Ländern Erfolge erzielen. Erst 2008 erhielt er die Auszeichnung Corine für sein Hörbuch „Der Chinese“ und die Goldene Feder für sein literarisches Werk.
Die Figur des Kurt Wallander spielt eine große Rolle im Leben von Henning Mankell. Er ist ein grüblerischer und introvertierter Kriminalkommissar aus einer schwedischen Kleinstadt. Der erste Roman war „Mörder ohne Gesicht“. In Folge der weiteren Romane durchläuft die Figur eine kontinuierliche Entwicklung. Die Auflösung der Verbrechen wird eng mit der Biografie des Kurt Wallander dargestellt. Seit seiner Scheidung befindet sich die Figur in einer Art Midlife Crisis. Er ist sehr einsam und muss seiner Tochter beim Erwachsenwerden zusehen. Zeitweilig beherrscht ihn die Alkoholsucht und er wird mit Diabetes konfrontiert. Er kämpft mit Gewichtsproblemen und mit seiner wachsenden Libido. Äußerlich jedoch schwindet seine Attraktivität von Mal zu Mal.
Er bewertet die geschehenen Verbrechen als die grausame Welt im ganzen. Für ihn wird die Umgebung immer schlechter und die Zivilisation entwickelt sich sehr negativ. Dabei fungiert die Person jedoch stets als Sprachrohr von Henning Mankell und fasst seine Kritik an der Gesellschaft lediglich in Worte. Er klärt die Verbrechen sehr gewissenhaft auf und übt sich regelrecht in Selbstdisziplin. Er trägt sehr hohe moralische Ansprüche an sich selbst und dennoch trägt er sich mit der Idee des Scheiterns. Die Figur wird in den Romanen nicht als klassischer Held dargestellt, sondern als ganz normaler Mensch, der ebenso mit seiner Persönlichkeit kämpft, wie man anderer auch. Die Schilderung seiner Heimat erfolgt ganz genau, was bis heute dazu führt, dass die Kleinstadt Ystad eine Vielzahl an Besuchern aufweisen kann.